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Nachgefragt!
Norbert Neumann gibt Antworten zum Thema Smart Metering.
Herr Neumann, zwischen Klimagipfel und E-World avanciert Energiesparen zum Top-Thema 2010. Seit Januar gilt die Pflicht zum Einbau digitaler Zähler – wenn Kunden es wünschen, generell in Neubauten sowie nach grundlegenden Renovierungen. Bis 2015 könnte voraussichtlich jeder zweite deutsche Haushalt mit Smart-Meter-Technik ausgestattet sein. Wie gut sind die Energieversorger auf diese Entwicklung vorbereitet?
Leider reagiert die Mehrzahl der deutschen Energieversorger noch abwartend. Das oft in diesem Zusammenhang dafür benutze Schlüsselwort heißt "Pilotphase". Aktuell konzentrieren sich die deutschen Energieversorger offensichtlich nur auf das Erfüllen der gesetzlichen Mindestanforderungen. Aus unseren aktuellen Analysen ergibt sich die Sorge, dass wir in Deutschland diese Entwicklung verschlafen. Andere europäische Länder, beispielsweise in Skandinavien sowie Italien, sind wesentlich weiter. Die Vorbereitung für eine breite Nutzung von Smart Metering für Privatkunden ist dort schon in vollem Gange.
In der Tat gibt es sehr viele, völlig unterschiedliche und vor allem widersprüchliche Diskussionen zum Mehrwert von Smart Metering. Ich denke, Vertretern der Energiebranche fehlt es häufig noch ein wenig an Phantasie, wie sie diese neue Technologie in profitable Dienstleistungen verwandeln können. Traditionelle Denkmuster verhindern, dass sich die Versorger für die Entwicklung innovativer Services abseits ihrer Kernleistungen Energieerzeugung und -verteilung öffnen. Ohne diese Öffnung wird sich das Chancenpotenzial von Smart Metering allerdings nicht erschließen lassen. Über den Nutzen mobiler Kommunikation, des Internets und der damit verbundenen Netze konnten wir Mitte der neunziger Jahre auch nur spekulieren. Ein konkreter Mehrwert entsteht zuerst bei den Endverbrauchern. Und die sind, das zeigen aktuelle Studien, noch nicht im Boot. Die Masse der Privatkunden kann mit Smart Metering noch nicht viel anfangen. Transparenz über den Energieverbrauch sowie die individuelle Steuerung durch den Kunden wird zur Schlüsselfrage werden.
Systeme, Geräte und Datenkommunikation für die Einführung für die Einführung von Smart Metering kostet die Anbieter enorme Investitionen. Wie können gerade die kleinen Stadtwerke und regionalen Versorger diese Kosten sinnvoll begrenzen?
Der Hauptweg führt nur über vernünftige Sourcing- und Service-Strategien mit Kooperationen und Partnerschaften. Da alle Energieversorger gleichermaßen vor der Bewältigung dieser neuen Herausforderungen stehen, sollten die systemseitigen Voraussetzungen nicht von jedem Unternehmen alleine getragen werden. Mit einer Normierung und Standardisierung im technischen Umfeld sowie dem Nutzen von Skaleneffekten über Shared Service lässt sich einiges an Investitionskosten einsparen. Genügend Anschauungsmaterial zum Abgucken liefern die Erfolgsgeschichten anderer Branchen, beispielsweise der Telekommunikation.
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Experteninfo: Norbert Neumann ist Senior Executive Manager bei Steria Mummert Consulting und verantwortet den Bereich Sales im Kernmarkt Utilities.
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